Erläuterungen im Video

aus dem Landkreis Miesbach

 

Ilse Aigner, bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin in Bayern, im Video über das Strategiegespräch zur Bayerischen Oberlandbahn am 16. Oktober 2017 in München, Lawiki.bayern, Susanne Kihm, Media Van TV-Produktionsgesellschaft mbH in Holzkirchen

 

 

Bayerische Oberlandbahn

soll bis

Bayrischzell elektrifiziert werden

 

Die LOHC-Wasserstoff-Technologie

kommt für die nächste Ausschreibung des Schienenpersonennahverkehrs im Oberland

noch zu früh. Darauf hat man sich bei einem Strategiegespräch  am 16. Oktober in München

geeinigt. Näheres dazu demnächst in einem ausführlichen Video-Beitrag.

 

Vorab erste Stimmen zum Strategiegespräch,

allen voran die

bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner

 

 

 

 

 

 

präsentiert von

 Bayerisches Kulturportal Bavarikon.de zeigt die virtuelle Ausstellung

"Martin Luther und die Reformation in Bayern"

 

 1. Video: Beitrag zur Freischaltung der Ausstellung in der Bayerischen Staatsbibliothek

Zu Wort kommen Dr. Stephan Kellner, Leiter des Referats Bavarica der Bayerischen Staatsbibliothek,

der bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder und

Georg Eisenreich, Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium

 

 2. Video: Erläuterungen zum bayerischen Kulturportal Bavarikon.de

Zu Wort kommen Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek,

der bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder und

Georg Eisenreich, Staatssekretär im bayerischen Kultusministerium

 

 3. Video: Der Einfluss der Reformation in Bayern

Der bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder, evangelisch und Mitglied der Landessynode,

erläutert seine Einschätzung

 

 

 

Auszüge aus den Reden zur Präsentation der virtuellen Ausstellung

am 15. März 2017 in der Bayerischen Staatsbibliothek:

 

Dr. Markus Söder, Finanz- u. Heimatminister in Bayern, evangelisch u. Mitglied der Landessynode

 

„Man muss nicht evangelisch sein, um die besondere Bedeutung Luthers für unser Land, für Deutschland, für die Religion, aber auch für Bayern herauszustellen...

 

Ohne Luther gäbe es heute in Deutschland nicht den christlichen Glauben in der Stärke. Denn zu der Zeit, als Luther auftrat, hatte das Christentum eine tiefe Sinnkrise, Identitätskrise. Wenn man anschaut, wie viele Gläubige nicht mehr reagiert haben auf die Kirche, wie sich die Kirche damals entwickelt hat, hat Luther zwei Dinge ausgelöst:

Erstens einmal hat er dazu geführt, dass alle, die sich mit Kirche beschäftigten, auch die katholische, sich selber reformiert haben. Ohne Luther gäbe es keine katholische Reform. Manche nennen das ja auch die Gegenreformation. Übrigens auch in Bayern war das dann so.

Zweitens: Luther hat dazu geführt, dass der Glaube nicht nur für  wenige etabliert ist, sondern Luther hat den Glauben für alle zugänglich gemacht, verständlich gemacht. Das ging mit einer anderen Revolution einher, mit dem Buchdruck. Das ist so eine Vorstufe der Digitalisierung, die wir heute haben, alles ist rund um die Uhr jederzeit erfahrbar und abrufbar, war damals auch die Situation, dass er diese Bibel übersetzt hat und für jeden zugänglich gemacht hat. Bis heute übrigens hat er damit den deutschen Sprachraum extrem geprägt. Das ist jetzt zwar eher Aufgabe des Kultusministeriums, das profund herauszustellen, aber ich sag' mal so, viele Sprichwörter und Redewendungen des alltäglichen Lebens kommen aus der Bibel.

 

Er (Luther) hat also auf jeden Fall Deutschland grundlegend verändert. Für die Kriege, die Europa danach erschüttert haben, glaube ich nicht, dass man ihn dafür haftbar machen kann. Das hat nicht Luther gewollt, aber das hat sich dann in der zeithistorischen Situation ergeben.

 

Bayern war ein Land, in dem die Reformation eine große Rolle gespielt hat.

 

Die bayerischen Könige waren in der Regel sehr klug damit umzugehen. Obwohl sie katholisch geprägt waren, haben sie einerseits das Evangelische geschätzt, und haben – jedenfalls bis auf kurze Ausnahmen – auch nicht erzwungen, dass sich dieser Glaube ändern müsste. In anderen Ländern war das ja so, da wurde es erzwungen. Die Wittelsbacher waren sehr clever. Die Wittelsbacher haben sich entschieden, dafür zu sorgen, dieses Land zusammenzuhalten, dafür muss man auch den Glauben und die Religion erhalten. Heut sind wir ja froh, wenn überhaupt jemand glaubt, heut sind Streitigkeiten zwischen Evangelischen und Katholischen sicherlich theologisch interessant, aber wenn man mal in die Menge der Menschen geht, ist das eigentlich heute nicht das Entscheidende. Wir können froh sein, wenn überhaupt jemand glaubt.

Damals war das noch schwierig. Selbst mein Großvater hat meinem – also mütterlicherseits – Vater gegenüber gesagt: Nur unter der Bedingung, dass die Kinder evangelisch erzogen werden, könne er der Heirat mit einem Katholiken zustimmen. Das waren andere Zeiten. Heute lässt man sich da eher die Steuererklärung zeigen.

 

Und ich bleibe dabei: die (Reformation) hat dann dazu geführt, dass sich Bayern auch so sortiert hat, wie es heute ist mit der katholischen Reform. Das ist - glaube ich - ganz entscheidend. Übrigens, bis heute ist (Maximilian Graf von) Montgelas (1759 - 1838, Staatsreformer unter Maximilian I.) eigentlich der Gründungsvater einer organisierten evangelischen Tradition. Denn man darf nicht vergessen: Während die katholische Kirche immer eine relativ klare Struktur hatte, war ja Evangelisch vorher leicht renitent. Also Evangelisch tut sich schwer mit Autorität. Das ist vielleicht auch bis heute bei dem einen oder anderen Evangelischen so zu sehen. Das ist so ein Grundprinzip: Man beugt sich ungern. Beugen ist irgendwie nicht so das evangelische Motto, kann man sagen. Aber vor Montgelas war das das Problem, dass die evangelischen Gemeinden weit verstreut waren und dass sie keine einheitliche Autorität anerkannt haben. Allein die Einigung auf ein einheitliches Gesangbuch war in jenen Zeiten eine geradezu extreme theologische Herausforderung. Und durch die Organisation von Montgelas begann auch die evangelische Kirche in Bayern eigentlich ihren Fußboden zu setzen. Und daraus hat sich dann übrigens im Gegenzug später auch eine ähnliche Struktur der katholischen Kirche ergeben. Insofern, kann man sagen, wurde in jener Zeit von Montgelas und den Wittelsbachern die Grundlage auch für unser Land gelegt.“

 

 

Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich:

 

„Es ist also möglich, dass die Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung Originalstücke aus den Jahren 1517 bis 1530 unabhängig von Zeit und Ort anschauen können.

 

Zu diesen Exponaten gehören eine handkolorierte Lutherbibel – es ist schon der Hinweis gekommen, dass es auch ein analoges Stück gibt auf der Rückseite dieses Raumes (, in dem die virtuelle Ausstellung freigeschaltet wurde).

Dann sind 26 Originalhandschriften von Martin Luther mit dabei, der Coburger Hedwigsbecher, dann ist ...das Luther-Zimmer auf der Veste Coburg auch aufbereitet worden. Es ist ein virtueller Rundgang möglich. Sie wissen ja, dass Martin Luther damals etwas eingeschränkt war in seiner Bewegungsfreiheit und der sächsische Kurfürst ihm Schutz gewährt hat in Coburg. Diese Exponate sind geordnet nach 3 Kriterien: nach Orten, nach Personen und nach Kulturschätzen."

 

 

 

 

Allgemein zu Bavarikon.de:

 

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek:

 

Bavarikon ist online seit April 2013. Heute enthält das Portal 214.000 hochwertigste Digitalisate

 

Monat für Monat – also das ganze System rollt jetzt richtig – kommen cirka 1.000 neue (Digitalisate) dazu. Ganz wichtig ist: Die Beiträge stammen aus allen Kultursparten... und aus allen Regionen des Freistaates. Bavarikon ist damit auf dem besten Wege, zu der Plattform und Drehscheibe für Digitalisate 'Kultur in Bayern' zu werden und es ist aktuell auch das größte und vielfältigste Kulturportal aller Bundesländer, wie es sich für den Freistaat auch gehört.

 

Bavarikon ist das zentrale Kulturportal des Freistaats Bayern, wobei ich betonen will, dass zentral nicht bedeutet, dass sämtliche digitalisierten Kulturobjekte nur im Portal eingesammelt und angezeigt werden. Es ist für uns ein kooperatives Projekt, d.h. jedes Digitalisat, was mit Sondermitteln des Freistaates für das Portal erzeugt wird, wird als Kopie auch an die liefernde Einrichtung gegeben, so dass diese Einrichtung auf ihren Webseiten zu ihren Zwecken und auch ihren pädagogischen, kulturellen oder wissenschaftlichen Zielen dieses Digitalisat auch selber anzeigen kann. Für uns ist Bavarikon insofern wichtig, als es auch verhindert, dass die Kultur aus Bayern, sobald sie digitalisiert ist, in einer Vielzahl von Portalen und Plattformen quasi untergeht, wie etwa in der Europeana oder auch in der Deutschen Digitalen Bibliothek. Wir wollen hier eine Drehscheibe, einen Hub – wie wir immer sagen – schaffen, wo man sich über Kultur in und aus Bayern auf digitale Art und Weise zentral informieren kann.

 

Wichtig ist uns für die Zukunft auch, dass das Bavarikon in schulischen und auch wissenschaftlichen Kontexten eingesetzt wird. Hierzu sollte man wissen, dass wir im Portal immer die Digitalisate selber anzeigen. Sie brauchen also als Nutzer nicht auf Links zu klicken und springen dann in die Formate und Anzeigeformen der liefernden Einrichtungen, sondern Sie kommen stets direkt zum Digitalisat.

 

Und der nächste Schritt ist, dass wir mit Einverständnis der Einrichtungen dieses Portal auch öffnen, so dass Lehrer und Wissenschaftler auch direkt auf die Digitalisate zugreifen können, auch auf die Metadaten zugreifen können, sich die Dinge auch downloaden können und damit auch arbeiten können. Das ist eines der Ziele für die Zukunft von Bavarikon."

 

(Antwort auf die Frage, wie Lehrer Bavarikon.de für den Unterricht nutzen können:)

 

„Ich könnte mir zum Einen die Kunst vorstellen, wo wir aufgrund des hochauflösenden Charakters der Digitalisate wirklich in die Details von Gemälden hineinzoomen können. Es gibt Beispiele, wo Sie etwa wirklich den Pinselstrich von van Gogh nachempfinden können. Es gibt Beispiele wie etwa die Alexanderschlacht, eine Art Wimmelbild, wo Sie so weit reinzoomen können, dass Sie wirklich sehen, wie Alexander den Perserkönig verfolgt. Ein anderes Beispiel wäre etwa die Landeskunde. Wir haben große Zeichnungen historischer Architektur, Bauernhäuser im Voralpenland, was auch für diese Zwecke sehr gut verwendet werden kann, und es gibt natürlich auch vielfältige Archivarien, es gibt auch vielfältige Autographen, also handschriftliche Dokumente, wo man z.B. auch mal sehen kann 'wie hat Adalbert Stifter geschrieben'. Ich würde das nicht lesen können. Also es ist wirklich der Zugriff von einem Reclam Heft auf das Original und kann hier auch in der Lehre und in der schulischen Bildung unterstützend wirken.“

 

 

 

Finanz- u. Heimatminister Dr. Markus Söder:

 

„Das Bavarikon ist was ganz Besonderes. Es ist die digitale kulturelle Schatzkiste des Freistaats Bayern. Da werden  die großartigen kulturellen Errungenschaften gesammelt. Wir versuchen ja auf der einen Seite, den analogen Weg zu erhalten, indem wir Denkmäler in jeder Form - ob geschrieben, ob gebaut - erhalten für die Zukunft. Aber die digitale Version macht auch durchaus Sinn, um die Schätze besser zu erleben für all diejenigen, die nicht mehr so mobil sind, für all diejenigen, die forschen wollen, für die nächste Generation. Und wer weiß - wir entdecken ja ständig neue Planeten - wer weiß, ob das nicht irgendwann auch eine Aufgabe ist, sozusagen ins All zu schicken das kulturelle Wissen Bayerns. Ich denke auch, es würde gut sein, dass verschiedene fremde Zivilisationen auch wissen, was der Unterschied zwischen Bayern und Berlin beispielsweise ist. Wenn sie landen, dann wissen sie’s am Flughafen Berlin.

 

Wir machen ja normalerweise Digitalisierungsprojekte primär – so heißt es – mit hochtechnologischen Entwicklungen. Wenn wir an der TU München sind, da ist das selbstverständlich. Aber ich finde es so herausragend, wie wir es mit kulturellen, mit historischen Projekten schaffen, den Digitalisierungsvorteil aufzuzeigen. Übrigens auch für die wissenschaftliche Entwicklung. Wenn wir alte Dokumente lesen, wenn wir die einscannen, dann sehen wir erst einmal, was manches handschriftlich noch daneben stand, was dem einen oder anderen Restaurator vielleicht gar nicht mehr aufgefallen wäre. Wir bekommen damit ein besseres Bild der Zeitgeschichte, verstehen und lernen damit wieder mehr für die Zukunft. Insofern: Bavarikon ist eine hippe Sache, ist eine kulturell wichtige Sache und ich denke, die 4 Mio Euro im Doppelhaushalt sind gut angelegt.“